Vom Porno zum Ego-Gen

student! :: Juni/Juli 2004 :: Redaktion

Spätestens seit  dem „Streik- Porno ist die studentische Film­gruppe „CinemAbstruso" bekannt. Ihr mittlerweile vierter Film ist nach sechsmonatiger Arbeit fast fertig und wird am 7 Juli 2004 im Kulturbundhaus Premiere feiern. „Das Ego-Gen" heißt er, dauert 60 Minu­ten und ist, so Drehbuchautor Karli König, „von der Vorlage her eine Mi­schung aus ,Frankenstein' und Bert Brechts ,Galileo Galilei'".

Karli rief mit seinem Bruder Tilman die Gruppe vor vier Jahren ins Leben. Mittlerweile ist das Team auf etwa 15 feste Mitstreiter angewach­sen. Dazu kamen für den neuesten Film aber noch 60 Schauspieler für Massenszenen. Außerdem wirken —dieses Mal auch Professionelle an dem Projekt mit: Ein Kameramann und zwei Cutter, sowie angehende (aber nicht minder ernstzuneh­mende) Tontechniker und Musikstu­denten, die eigens für „Das Ego- Gen" Musik komponierten und ein­spielten. Auch wenn das alles nach großer Produktion klingt, gibt Karli zu bedenken: "CinemAbstruso will keine perfekten Filme machen, wir wollen uns Schritt für Schritt wei­terentwickeln und da darf auch ru­hig mal ein falscher Schnitt dabei sein".

Trotzdem muss so ein Film finanziert sein, und der Zuschuss vom StuRa ist da eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Deshalb bekommt niemand im Team Geld und bei Auf­führungen muss sogar der Regisseur Eintritt zahlen. Die Einnahmen flie­ßen dann ausschließlich in Film und Technik.

Was genau ist also nun „Das Ego- Gen"? So ganz verraten wollten sie es noch nicht, aber: Es geht um Wissenschaftsmissbrauch an unserer Uni. Im Mittelpunkt der Handlung steht der japanische Forscher Koji Nishimura, der von einem echten Theaterschauspieler aus Tokio dar­gestellt wird. Koji ist Doktorand der Biogenetik und entdeckt das Ego- Gen. Während er die Entdeckung zum Nutzen der Menschheit verwen­den will, haben seine Kollegen damit schon dunkle Machenschaf­ten im Sinn...

Vom Stil her ist der Film Karli zu­folge „eine Collage aus realistischen und irrealen Szenen" . Außerdem ist diesmal für echte Action gesorgt: Eine wilde Autoverfolgungsjagd und eine Massenschlägerei sind ange­kündigt. Für die Filmemacher waren diese Szenen spannendes Neuland, was dem Anspruch der Gruppe, „sich Freiheit zu bewahren und sich nicht auf ein Genre festzulegen" vollkom­men entspricht.

Der letzte Film „Der Misanthrop" (Student1. 11/03) hat mittlerweile erfolgreich an drei Festivals (Berlin, Jena und Leipzig) teilgenommen. Auf lange Sicht soll aus CinemAb­struso eine Produktionsfirma wer­den.

 

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