Märchenwald im Schrebergarten

Thüringische Landeszeitung :: August 2005 :: Florian Girwert

„Seid ihr so weit? Ton läuft, Kamera läuft..... und bitte!“ So etwa hört es sich an, wenn dieser Tage rund um Jena ein Märchenfilm für Erwachsene gedreht wird, eine Liebesgeschichte. Unter Führung der Leipziger Filmgruppe „Cinemabstruso“ haben sich die verschiedenen Leute zusammen getan, um den Film mit dem Arbeitstitel „Der weiße See“ zu drehen. „Insgesamt sind wir 50 Leute aus ganz Deutschland und haben ein Budget von etwa 10 000 Euro“, sagt Tilman König, der gemeinsam mit seinem Bruder Karl-Friedrich für Drehbuch und Regie verantwortlich ist. Auf Jena ist man durch einige der Beteiligten gekommen, eine Hand voll studiert Medienwissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität. „Zwei Wochen lang haben die in Jena und Umgebung nach passenden Drehorten gesucht und sind dann an verschiedenen Stellen fündig geworden“, sagt König.

Von den 50 Beteiligten sind am Mittwochnachmittag nur etwa 20 vor Ort. Das reicht allerdings, um ein geschäftiges Treiben am Filmset zu erzeugen. „50 bis 60 Einstellungen schaffen wir so am Tag, das ist, verglichen mit anderen Produktionen, sehr viel. Aber wir haben ja auch nur drei Wochen Drehzeit, sonst würden wir wohl unser Budget überschreiben“, erläutert Aufnahmeleiterin Antje Wilhelm. Ihre eigene Aufgabe erklärt sie mit „Koordination, Logistik und Motivation, wenn einigen mal ein bisschen die Lust fehlt“.

Diebe am Hexenhaus

Am Mittwochnachmittag wird gerade ein Diebstahl gedreht. Drehort ist ein in Eigenregie gefertigter kleines „Hexenhaus“. Das haben einige aus dem Team auf einem Gartengrundstück nahe Jena errichtet. „Das lief so wie fast alles hier auf freiwilliger Basis, die meisten Leute bekommen kein Geld, und wir profitieren von einigen regionalen Sponsoren, denn sonst könnten wir den Film mit einem so kleinem Budget gar nicht produzieren“, sagt König. Eine Art Basislager für die Produktion ist die JG Stadtmitte, von wo aus das Team zu den Drehorten rund um Jena fährt. „Sehr praktisch, dass dort gerade Sommerpause ist, sonst hätten wir uns da wohl auch etwas teureres suchen müssen“, merkt die Aufnahmeleiterin an.

„Heute haben wir um sieben Uhr morgens angefangen, nachher gibt’s noch einen Nachtdreh, da sind wir wohl bis drei oder vier Uhr aktiv“,  berichtet Kameramann Jarno Müller, „aber es muss eben sein.“ „Viel Zeit verbringen die Beteiligten mit Warten, denn zum Beispiel Schauspieler oder Kulissenaufbau werden nicht immer gebraucht. Außerdem muss für einen Dreh immer alles still sein, schließlich darf später im Film kein Rasenmäher oder Flugzeug im Hintergrund zu hören sein“, erklärt Tonmeister Andreas FJ Waidosch.

Und obwohl die Drehzeit mit drei Wochen sehr knapp ist, hoffen die beiden Regisseure, dass am Sonntag „alles im Kasten ist“. Die Nachbearbeitung mit Spezialeffekten werde wohl noch eine Weile dauern. Für den Februar 2006 ist die Premiere angestrebt.

 

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