Radikal statt Mainstream

Student! :: November 2010 :: Simone Bäuchle

Leipziger Filmfestival bietet Podium für unabhängigen Film

 

Bereits zum fünften Mal fin­det in diesem Jahr die „Nacht des radi­ka­len Films” im Lindenfels Westflügel in Leipzig-Plagwitz statt. Ein Fes­ti­val, das eine Plattform für ei­nen jungen, unabhängigen Film bie­­ten möch­te. Künstler aus ganz Deutsch­­land, vor allem aber aus Sach­­sen und Thüringen kommen hier­­­­her, um ihre Arbeiten zu präsen­tie­­ren.

Ins Leben gerufen wurde das In­de­­pendent-Festival von Cine­ma­b­stru­so, einer zwanzigköpfigen Gru­p­pe rund um die Hauptini­tia­to­ren Til­man und Karl-Fried­rich König, die selbst unabhängig Fil­me produ­zie­rt. Ge­zeigt werden bei der „Nacht des ra­dikalen Films“ Werke aus den un­ter­schied­lichsten Genres. Was die Strei­fen verbindet ist eine inhalt­liche oder formale Radikalität. „Radikal, das heißt, an die Wurzeln zu gehen, auf verschiedenen Ebe­nen neue Ausdrucksmöglich­keiten zu finden oder politische und ge­sell­schaftliche Problemfelder in ih­ren Grundlagen zu erfassen“, erklärt Andreas Klapp von Cinemabstruso. „Radikale Filme sind Filme, denen man die Dringlichkeit ansieht, ob voll­endet oder unvollkommen.“ Im Rahmen des Festivals gibt es für Medienschaffende und Interes­sierte die Möglichkeit sich auszu­tau­schen. Cinemabstruso möchte mit dieser Initiative den Grundstein für ein Forum legen, das sich an jun­ge Filmemacher in Sachsen rich­tet.

Die Innovation dieses Jahres: An zwei Tagen wird die „Goldene Linse” verliehen. Eine Jury, be­ste­hend aus den an­we­sen­den Regis­seuren, er­mit­t­elt in die­sem Jahr zum ersten Mal ei­nen Gewin­nerfilm. Zur Auswahl ste­hen zwischen zehn und 15 Pro­duk­tionen, die bereits vor­her aus un­gefähr hun­­dert Film­ein­sendungen aus­ge­wählt wur­den. Die Palette ist breit: Ob Animation, Musikvideo, Ex­pe­ri­men­tal­film, Fiktion oder Doku­men­­tation. Es ist alles erlaubt. In Be­zug auf Form, In­halt und Länge gibt es keine Be­schrän­kun­gen. „Ziel ist es, die Mei­nungs­­bil­dung zu for­cie­ren an­statt auf einen viel­leicht ein­­fache­ren Weg der po­li­ti­schen In­halts­­leere zu setzen”, er­läu­tert Andreas Klapp das Konzept des Fes­­tivals.

Neben dem Wettbewerb gibt es auch noch die Möglichkeit am zwei­­ten Tag beim „Open Scre­ening” das eigene filmische Ex­pe­riment einem großen Pub­li­kum zu präsentieren. Bereits in den letzten Jahren hat die Idee, Low-Budget Produktionen mit po­litischem Hintergrund zu zeigen, zwischen 300 und 400 Zu­schauer an­ge­zogen. Für Andreas ist es wichtig, dass „in einer Stadt der Grö­ße Leipzigs auch eine aktive Inde­pen­dent­szene neben eta­blier­­ten Mas­sen­­ver­anstal­tun­gen und langwei­li­­gem Main­stream entsteht, bleibt und floriert.“ Seit einem halben Jahr­zehnt beweist das Team von Cine­mabstruso mit ihrer „Nacht des ra­dikalen Films“, dass dies möglich ist.

Simone Bäuchle

 

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