Cinemabstruso lädt zur Filmpremiere: “Hinterhofblues“ im UT Connewitz

Leipziger Internet Zeitung :: Juni 2009 :: Redaktion

Ist die Kohle erst weg, wird’s ernst – der neue Film “Hinterhofblues“ der Filmgruppe “Cinemabstruso“, gedreht in Leipzig Lindenau, wirft einen ungeschönten Blick auf Existenzen am Rande des Scheiterns, zwischen Schulden und Kleinkriminalität. Denn ein selbstbestimmtes Leben hat auch seinen Preis.

Ein Hinterhof – mittendrin eine Badewanne, daneben ein Schlagzeug und ein Zirkuswagen. Die Geschichte ist so nah dran am Leben, wie kompliziert. Die drei Protagonisten – Kai, Matthäus und Hundt – sind wahlarbeitslos und leben im unsanierten Mietshaus, welches Kais Vaters gehört. Alle drei haben sich – mehr oder weniger – vom bürgerlichen Leben verabschiedet.


Matthäus, ein in die Jahre gekommener Künstler, baut Skulpturen aus Styropor im Hinterhof. Hundt macht Musik und Kai hat seine politischen Ansichten. Aufgestockt wird das Kapital der drei durch Fahrraddiebstahl und kleine Einbrüche. Selbstbestimmt wollen sie leben – das gemeinsame Ziel ein Künstlercafé im Hof. Und klappt es damit nicht in diesem Jahr, dann eben im Nächsten.

Natürlich ist alles viel komplizierter und das kaum vermietete Haus ist mit einer Hypothek belastet. Finanzberater Hartmann macht ernst, die Bank will ihr Geld – 16.000€ in zwei Wochen oder das Gelände wird geräumt. Klar, für Kai ist das System schuld! Aber ist es wirklich so einfach? Was tun wenn die Realität in das Leben hereinbricht? Den Traum irgendwie leben, wenn auch am Existenzminimum? Nachgeben, nachrechnen oder endet sowieso alles im Fiasko?

Zwei Wochen drehte ein 40-köpfiges Team aus ganz Deutschland im Sommer 2008 im Leipziger Stadtviertel Lindenau. Der Film reflektiert über ein Milieu am Rand des gefeierten Kulturbetriebs, temporär sesshaft in einem problematischen Teil der Stadt, irgendwo zwischen Zentrum und Ausfahrtsstraße.

Das Viertel ist gezeichnet vom Leerstand ganzer Häuser und seiner weitestgehend desillusionierten Rest-Bevölkerung. Doch Leerstand kann auch Platz für kreativen Freiraum bedeuten – Galerien, Künstlerkommunen und alternative Kneipen – in den letzten Jahren ist einiges in Bewegung gekommen. Aber wie beständig sind diese aus einer Krise entstandenen Freiräume?



 

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